Die Bürgerkarte

E-Government Flyer Nr. 200

Was ist die Bürgerkarte, wie kann man sie verwenden, was bringt die Bürgerkarte?

Konzept Bürgerkarte

Die Bürgerkarte ist Ihr Schweizermesser für Sicherheit im elektronischen Verkehr mit Behörden und Unternehmen.

Die Bürgerkarte bietet einen Satz an Werkzeugen, über den Sie mit Behörden und Unternehmen im Internet genau so sicher kommunizieren, wie Sie es bisher auf herkömmliche Weise gewohnt waren.

Die Bürgerkarte ist:

  • ein Gerät zur Erstellung elektronischer Signaturen,
  • ein elektronischer Ausweis.

Signatur und Geheimhaltung

Wird eine Dienstleistung im Internet angeboten, für die die Schriftform (eine Unterschrift) notwendig ist, können Sie Ihre Bürgerkarte verwenden, um eine so genannte qualifizierte Signatur (Unterschrift) abzugeben.

Die Bürgerkarte ist also Ihre eigenhändige Unterschrift im Internet.

Die Bürgerkarte hat zwei Schlüsselpaare, jeweils eines für:

  • die qualifizierte Signatur
    wird z.B. bei Antragsstellungen im elektronischen Amtsverkehr verwendet
  • die einfache elektronische Signatur
    falls keine eigenhändige Unterschrift
    benötigt wird oder zur Verschlüsselung.

Aus diesem Grund gibt es auch zwei unterschiedliche PINs (Personal Identification Numbers) zum Auslösen von Signaturen:

  • qualifizierte Signatur: Signatur-PIN (mind. 6-stellig)
  • einfache Signatur: Geheimhaltungs-PIN (4-stellig)

Achten Sie bei der Eingabe darauf, ob Signatur-PIN oder Geheimhaltungs-PIN verlangt wird!

Die Auswahl, welche der beiden Signaturen verwendet wird, trifft die Applikation.

Mehrmaliges falsches Eingeben der PIN sperrt die Signaturkarte!

Sicherheit und Datenschutz

Komponenten der qualifizierten Signatur werden laufend nach dem Stand der Technik geprüft.

Für die Erfüllung der Anforderungen an eine Bürgerkarte bzw. Bürgerkartenumgebung kann das E-Government-Gütesiegel vergeben werden: http://www.guetesiegel.gv.at/.

Über bereichspezifische Personenkennzeichen (bPK) wird gewährleistet, dass der Datenschutz gewahrt bleibt. Es geht um die gläserne Verwaltung, nicht die gläsernen Bürgerinnen und Bürger.  

Was ist die Bürgerkarte

Die Bürgerkarte kann eine Signaturkarte sein, oder über andere Technologien, wie z.B. die Handy-Signatur, umgesetzt werden.

Eine Signaturkarte hat einen Prozessorchip sowie einen kleinen Datenspeicher integriert, ist also ein kleiner Computer:

  • In der Signaturkarte werden die kryptographischen Schlüssel für die elektronische Signatur gespeichert
  • sowie die elektronische Signatur damit berechnet.

Bei serverbasierten Bürgerkarten (z.B. Handy-Signatur) werden Schlüssel und Berechnungen an einem sicheren Server gehalten.

Damit die elektronische Signatur Ihnen zugeordnet werden kann, benötigen Sie einen elektronischen Ausweis. Dieser besteht aus:

  • Zertifikat der elektronischen Signatur
  • Personenbindung

Das Zertifikat ordnet die kryptographischen Schlüssel der Person zu.

Die Personenbindung enthält eine so genannte Stammzahl. Diese bleibt lebenslang eindeutig, um Verwechslungen mit Personen gleichen Namens auszuschließen. Damit ist eine Identifikation auch über die Gültigkeit eines Zertifikats hinaus möglich.

Personenbindung und Zertifikat sind in Ihrer Bürgerkarte gespeichert!

Was benötige ich für die Bürgerkarte

Für Bürgerkarten auf Basis einer Chipkarte benötigen Sie:

  • Kartenleser
  • Software "Bürgerkarten-Umgebung"

Damit Sie zu Hause auf Ihrem Computer die Funktionen der Signaturkarte verwenden können, benötigen Sie einen Kartenleser, der Ihre Signaturkarte mit dem PC verbindet.

Kartenleser für Ihre Bürgerkarte werden Ihnen von Ihrem Zertifizierungsdiensteanbieter empfohlen.

Sie benötigen für Ihren PC eine Software, die über den Kartenleser mit der Signaturkarte kommuniziert. Diese Software wird als Bürgerkarten-Umgebung (BKU) bezeichnet. Die BKU eines Herstellers wurde von der Republik Österreich für alle Bürger lizenziert und steht den Bürgerinnen und Bürgern kostenfrei zur Verfügung.

Weitere Bürgerkartenumgebungen bietet Ihnen etwa Ihr Zertifizierungsdiensteanbieter.

Kostenfreie Lizenz der BKU-Software unter http://www.buergerkarte.at/bku/

Weiters benötigen Sie einen Web-Browser. Der Web-Browser ist das Bindeglied zwischen einer Internet-Seite, welche auf Funktionen der Bürgerkarte zugreifen will, und der BKU-Software.

Zur Nutzung von Bürgerkartenfunktionen muss die BKU-Software gestartet sein.

Bei serverbasierten Bürgerkarten (z.B. Handy-Signatur) läuft die BKU-Software typisch am Server, es wird an Ihrem Computer nur der Browser benötigt.

Wofür kann ich die Bürgerkarte einsetzen

Die Bürgerkarte ist Ihr Schlüssel, um mit der öffentlichen Verwaltung online in Verbindung zu treten. Aber nicht nur für E-Government-Applikationen, sondern auch für eine Reihe anderer Anwendungen ist die Bürgerkarte einsetzbar.

Nachfolgend drei Anwendungsbeispiele stellvertretend für eine Vielzahl von Einsatzszenarien bestehender und künftiger Applikationen:

  • Anmelden bei Web-Seiten:
    z.B.: Anmeldung bei FinanzOnline oder Zugang zu Online-Banking-Systemen
  • Elektronisches Unterschreiben von Anträgen oder Verträgen:
    z.B.: Antrag auf Ausstellung einer Meldebestätigung beim Magistrat Wien
  • Abholen von elektronischen Zustellstücken
    z.B.: Elektronischer Zustelldienst

Umfassende Informationen zur Bürgerkarte sowie verfügbare Anwendungen finden Sie im Online Amtshelfer für Österreich unter: http://www.help.gv.at/ .
Geben Sie als Suchbegriff "Bürgerkarte" oder "E-Government" ein und treffen Sie Ihre Auswahl aus den angebotenen Themenbereichen.

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