Stapelsignatur

Unter Stapelsignatur versteht man das Unterschreiben von mehreren Dokumenten (Stapel) mit einer einzigen Signaturauslösung. Bei Stapelsignaturen ist also nur eine einzige Eingabe des Autorisierungscodes (in der Regel PIN- oder Passworteingabe) für den gesamten Stapel erforderlich, dabei wird jedoch für jedes einzelne Dokument eine eigene Signatur erzeugt.

Bei qualifizierten Signaturen muss allerdings sichergestellt sein, dass alle Dokumente des Stapels dem Signator vor der Auslösung vorliegen und dass die Dokumente vor dem Auslösen des Signaturvorganges dargestellt werden können. Bei der qualifizierten Signatur wird nur unter diesen Voraussetzungen das Signieren des gesamten Stapels als ein einziger Signaturvorgang angesehen.

Hintergrund:

Die Signaturverordnung (SigV) regelt den Auslösemechanismus der Signaturfunktion für qualifizierte Signaturen:

§ 4 (2): Die Signaturfunktion in der Signaturerstellungseinheit des Signators darf nur nach Verwendung von Autorisierungscodes (zB PIN-Eingabe, Fingerabdruck) auslösbar sein. Die Anzahl der Signaturen, die mit einer Autorisierung des Signators gegenüber seiner Signaturerstellungseinheit ausgelöst wird, muss dem Signator im Zeitpunkt des Auslösens des Signaturvorgangs bekannt sein. (…) Die eingegebenen Autorisierungscodes dürfen von den verwendeten Systemelementen nicht über den Signaturvorgang hinaus im Speicher verbleiben. (…)“

Das Signaturgesetz (SigG) § 18 (2) regelt u.a. die Anzeige der zu signierenden Dokumente bei qualifizierten Signaturen:

„(2) Die bei der Erstellung einer qualifizierten Signatur verwendeten technischen Komponenten und Verfahren müssen (…) es weiters ermöglichen, dass dem Signator die zu signierenden Daten vor Auslösung des Signaturvorgangs dargestellt werden. (…)“

Anmerkungen:

Eine Freischaltung der Signaturfunktion für eine Anzahl unbestimmter Dokumente oder einen bestimmten Zeitraum (wie z.B. nach der Rechtslage in Deutschland möglich) bewirken in Österreich keine qualifizierten Signaturen, da die Dokumente dann nicht vor dem Auslösen vorliegen müssen und daher auch nicht vor Auslösen des Signaturvorganges dargestellt werden können.

Bei allen anderen Signaturarten gelten für den Auslösemechanismus und für die Anzeige der Dokumente - daher auch für die Stapelsignatur - keine besonderen Bestimmungen.